Die Mühle lohnt sich

DIE MBUTHIAS HEGEN UND PFLEGEN IHRE 15 AVOCADO-
BÄUME. UND PROFITIEREN VON EINEM TOLLEN PROJEKT.

Eunice und Bernard sehen zu Recht stolz aus, wie sie sich vor ihren prächtigen Schützlingen aufbauen.

Bis zu 15 Meter hoch sind die Bäume, die auf dem knapp einen Hektar Ackerland in Kandara, Zentralkenia, stehen. Vor zehn Jahren arbeitete Familie Mbuthia wie die meisten hier als Selbstversorger. Mais, Bohnen, Bananen sowie andere Gemüse- und Obstsorten sicherten das Überleben der Familie. Ein Freund riet ihnen, es doch mal mit dem Anbau der gesunden, fettreichen Avocado zu versuchen – als Chance auf ein zusätzliches Einkommen. Und dann trat ein großer Glücksfall ein: Bernard traf einen Agrarexperten, der ein Projekt vorstellte. Er schlug vor, die Avocadobäume fortan nur noch ökologisch zu kultivieren. Dafür würde er die gesamte Ernte exklusiv abkaufen und das zu einem Preis, der weit über dem üblichen lag. Genau wie hunderte andere Bauern der Region, ergriffen Eunice und Bernard diese Chance und bereuen es nicht. Mit dem Verkauf der Avocados konnten sie nicht nur die zehnköpfige Familie gut über die Runden bringen, sondern ihren Kindern sogar eine Ausbildung finanzieren. Inzwischen ist der älteste Sohn selbst verheiratet, während der jüngste auf die weiterführende Schule geht.





»Diese Bäume machen uns glücklich.«

- Eunice Mbuthia - 





Eine eigene Ölmühle in Kenia

Das Besondere an diesem Projekt bestand darin, nicht einfach nur Früchte zu exportieren, sondern in den Bau einer heimischen Ölmühle zu investieren. Der Investor – inzwischen langjähriger Handelspartner von BIO PLANÈTE – schuf so zusätzlich rund 30 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfungskette, die einen großen Teil des erwirtschafteten Gewinns im Land belässt. Zur besseren Nutzung von Ressourcen trägt auch eine Biogas-Anlage bei. Hier wird mit den großen Mengen von Fruchtabfällen und Kernen Energie erzeugt. Diese wird sowohl für den Betrieb in der Fabrik als auch den Transport genutzt. Und auch die Rückstände dieser Biomasse werden als Bio-Dünger genutzt. Familien wie die Mbuthias partizipieren also gleich mehrfach an der Ölmühle. Und so kann Bernard seine Besucher auf einen Tee in sein neues Wohnzimmer einladen. Denn das kürzlich errichtete Steinhaus bietet viel mehr Platz als die frühere Holzhütte und ist ein echter Fortschritt an Sicherheit und Lebensqualität.



Ganzjährige Pflege

Auf dem Feld haben die Bäume der Mbuthias kurz nach der Ernte bereits neue gelbgrüne Blüten angesetzt. Eunice berührt sie liebevoll: »Acht Monate dauert es, bis daraus reife Früchte werden.« Und schon beginnt wieder die wertvolle Arbeit für die neue Ernte. Denn die Mbuthias haben in kostenlosen Trainings gelernt, die nachwachsenden Triebe so zu beschneiden, dass die Blüten genug Licht und Luft bekommen. Das entscheidet über Qualität und Menge der Avocados und ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Auch der Boden erhält ein Wellness-Programm, bestehend aus Kompost, der in wenigen Metern Entfernung rund um den Stamm in kleinen Furchen untergegraben wird, damit die Wurzeln die Nährstoffe aufnehmen können. Um Unkraut auf natürliche Weise zu vermeiden, werden Desmodium-Pflanzen als Bodendecker und Grün-Dung ausgesät, was gleichzeitig der gemütlichen Kuh der Mbuthias zur Nahrung dient. Letztere revanchiert sich dann auf ihre Weise, indem sie wiederum nützlichen Bio-Dünger produziert.



»Die Mittelsmänner zahlten viel zu wenig und so manches Mal haben sie uns getäuscht und sind mit unserem Geld verschwunden.«

- Bernard Mbuthia -





Ökologisch und wirtschaftlich wertvoll 

Die Arbeitslosigkeit in Kenia liegt bei 40 %. Gut die Hälfte der Menschen lebt nach wie vor von der Landwirtschaft und nur die wenigsten haben die Möglichkeit, Überschüsse zu erzeugen und zu verkaufen. Außerdem stellt der Absatz ihrer Produkte die Kleinbauern vor arge Probleme. Undurchsichtige Abnehmer bieten unangemessene Preise und schwanken in ihrer Nachfrage.
Umso wichtiger war das Projekt mit der Ölmühle. 2008 wurde die Bio-Zertifizierung durch das Institut für Marktökologie (IMO) vergeben. Dieses Institut kooperiert sehr eng mit der Bio-Kontrollstelle Ecocert, die ihr Fair-Trade-Label vergeben hat. Es garantiert unter anderem, dass das Unternehmen partnerschaftlich mit seinen Avocado-Bauern umgeht, langfristige Verträge schließt und Mindestpreise einhält. Genauso sind menschenwürdige Arbeitsbedingungen an das Fair-Trade-Label geknüpft, der Schutz von Umwelt und Biodiversität sowie die Förderung ökologischen Landbaus.



Schmackhaftes Allzweckmittel

Rund 80 Früchte von den Bäumen der Familie Mbuthia benötigt man für einen Liter Bio-Öl. Das reife Fruchtfleisch der Avocados wird einmal schonend kaltgepresst, um die wertvollen Nährstoffe der Avocado voll zu erhalten. Dieses Öl lässt sich unglaublich vielfältig verwenden. Es wird häufig in der Kosmetik angewendet und ist auch in der Küche vielseitig einsetzbar. Dank seines einzigartig hohen Rauchpunkts (250 °C) ist es ideal zum scharfen Anbraten, Frittieren und in der Wok-Küche. Gleichermaßen bereichert es das Backen und Braten, indem es den Eigengeschmack der Zutaten sanft unterstützt. Gemeinsam mit Eunice, Bernard und vielen anderen Kleinbauern aus Kenia präsentieren wir voller Stolz das native Bio-Avocadoöl von BIO PLANÈTE.



Bio-Avocadoöl

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