Ein ganz normales Bio-Leben

Auf dem Krögelhof in Oberfranken leben und arbeiten drei Generationen. Sie sind geprägt von einem tiefen Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mensch, Tier und Natur.

Durch das Fenster des einstigen Stalles wirft das Licht bereits ein paar behagliche Reflexe auf den Krögelhof, der an diesem zeitigen Morgen noch in tiefem Schlummer liegt. Nur in der Backstube herrscht schon reges Treiben. Der Teig für die ersten Laibe liegt bereits zum Ruhen und Aufgehen in den kleinen Bastschalen. Das Brot aus Einkorn und Roggen, das hier im Holzbackofen gebacken wird, hat auf dem Hof in der Fränkischen Alb zwischen Bamberg und Coburg eine lange Tradition.

Schon als Kind wartete Klaus Gründel in der Backstube ungeduldig darauf, von seiner Mutter endlich das „Köbbla“, den Anschnitt des frischgebackenen Brotes zu bekommen, erzählt der Landwirt. Und auch heute noch freut sich der 45-Jährige darauf, wenn Bäckermeister Hartmut Müller die Brotlaibe endlich zum Abkühlen auf den Hof schiebt und sie dort ihren einzigartigen Duft verströmen können.

Der Duft des frischen Brotes begleitet Klaus Gründel bereits sein ganzes Leben. Und auch der Krögelhof. Er und seine Familie sind die siebte Gründel-Generation, die auf dem Hof Landwirtschaft betreibt. Gemeinsam mit den Eltern und Großeltern baut er hier Kleegras, Triticale und Wintererbsen für die 45 Milchkühe und deren Kälber an, Roggen und Einkorn für die Backstube sowie Leindotter für BIO PLANÈTE. Zurzeit bewirtschaftet Klaus Gründel 60 Hektar Ackerland, 40 Hektar Wiese und 15 Hektar Wald und versucht sich auch immer mal an Neuem wie aktuell am Anbau von Schwarzkümmel.

 

Vieles von dem, was auf dem Krögelhof wächst, wird direkt im Hofladen verkauft. Besucher des Krögelhofes kommen aber nicht nur wegen der frischen Produkte, sondern auch um Neuigkeiten auszutauschen. Zeit für einen Plausch über den Gartenzaun ist hier auf dem Hochplateau der Fränkischen Jura immer. Das hat schließlich Tradition und gehört zum Miteinander auf dem Krögelhof einfach dazu.

Die Geschichte des gleichnamigen Weilers Krögelhof, einer kleinen Siedlung aus einer guten Handvoll Wohnhäuser, reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück – und schon immer haben die Nachbarn zusammengehalten, heißt es. Seit 1831, als Andreas Gründel den Bauernhof mit 35 Hektar Wiese, Acker und Wald erwarb, ist die Familie Gründel hier zu Hause. Die katholische Kapelle Heilige Familie mit dem offenen Giebeltürmchen wurde beispielsweise 1899 auf Initiative von Ignatz Gründel errichtet. Noch heute kümmern sich die Nachbarn gemeinsam um die Pflege der Kapelle, dem wichtigsten Treffpunkt des kleinen Ortes. In dem Weiler gibt es zudem eine gemeinsam genutzte Kläranlage sowie eine Hackschnitzelheizung, an die mehrere Häuser angeschlossen sind. „Hier halten alle zusammen“, sagt Klaus Gründel.

1997 übernimmt er selbst den Krögelhof, als der Vater schwer erkrankt. Er ist damals 23 und hat die landwirtschaftliche Berufsausbildung und das Studium zum Agrartechniker für Ökolandbau in Landshut/Schönbrunn gerade beendet. Dass er das Gut gleich darauf nach Bioland-Richtlinien umstellt, ist für ihn ganz logisch.

„Mein Vater hat sich selbst im größten Stress die Zeit genommen, vom Traktor zu steigen und eine Kröte, die in der Wiese saß, zu einer Hecke zu tragen. Solche Dinge haben Spuren hinterlassen. Der Schritt zum Ökolandbau war da nur konsequent und für mich von Anfang an klar.“ Deshalb baut er zunächst den Milchviehstall nach Ökorichtlinien neu, bevor das 300 Jahre alte Bauernhaus nach einem Vierteljahrhundert Leerstand zum Wohnhaus für Familie Gründel umgebaut und mit der Direktvermarktung im Hofladen begonnen wird.
 

»Mein Vater hat sich selbst im größten Stress die Zeit genommen, vom Traktor zu steigen und eine Kröte, die in der Wiese saß, zu einer Hecke zu tragen. Solche Dinge haben Spuren hinterlassen. Der Schritt zum Ökolandbau war da nur konsequent und für mich von Anfang an klar.Der Erhalt der Artenvielfalt und die nachhaltige Bewirtschaftung liegen mit sehr am Herzen.«
 

- Klaus Gründel - 

 

Noch immer wohnen und leben drei Gründel-Generationen auf dem Hof. Selbst die 84-jährige Großmutter packt ganz selbstverständlich mit an. Das Leben der christlich geprägten Großfamilie, welches Klaus Gründel als jüngstes von sechs Kindern einst formte, lebt er noch heute.
 

 

Die Liebe und Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Natur standen und stehen auf dem Krögelhof im Mittelpunkt. „Für mich ist der Ökolandbau in all seinen Facetten die einzige Antwort auf viele drängende Fragen unserer Zeit“, ist Klaus Gründel überzeugt. Dogmatisch will der 45-Jährige nicht sein. Denn Bio sei nicht nur eine Lebenseinstellung, sondern vor allem auch Lust und Freude – zum Beispiel, wenn er und seine Tochter einen Löffel des BIO PLANÈTE Leindotteröles über das Müsli zum Frühstück träufeln.
 

„Bio ist Lebenseinstellung, Lust und Freude und ein selbstverständlicher Teil unseres Alltages.“
 

- Klaus Gründel -

Leindotteröl

nativ
100 ml

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