Essen verändert die Welt - Forschung auch!


06. August 2020 

Die HTW Dresden, das Biohofgut Klappendorf und die Ölmühle Moog arbeiten seit vielen Jahren gemeinsam an Innovationen für die ökologische Landwirtschaft. Erst stand der Raps im Fokus, jetzt die Sonnenblumen.
 

Wer einmal unseren Ölsaatentag besucht hat, weiß: Bio-Landwirte sind Entdecker und Forscher. Sie probieren sich gern aus und suchen täglich nach neuen Wegen, um die Bio-Diversität zu erhalten und trotz des Verzichts auf Pestizide und Co. gute Erträge zu erzielen. Die Ölmühle Moog und das Biohofgut Klappendorf arbeiten deshalb bereits seit vielen Jahren mit verschiedenen Hochschulen zusammen, um Innovationen fürs Feld zu testen. 
 

 

Mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (Fachgebiet Ökologischer Landbau) hat sich mittlerweile eine besonders enge Verbindung entwickelt. Denn schon seit 2015 arbeiteten wir gemeinsam am Thema Winterraps, der in der ökologischen Landwirtschaft als schwierig gilt. Die Kornerträge schwanken zwischen den Jahren zum Teil stark, weil zum Beispiel Insekten wie der Rapsglanzkäfer ihr Unwesen treiben, weil die Versorgung mit Stickstoff nicht ausreicht oder weil den jungen Pflanzen das viele Unkraut zu schaffen macht.

Zwischen 2015 und 2017 hat die HTW deshalb auf den Feldern unseres Biohofgutes sowie der Agrargenossenschaft Großzöbern im Vogtland eine gezielte Unterfußdüngung des Rapses getestet. Dabei wurden Gülle oder Leguminosen-Pellets unter die Rapssaat in die Erde gebracht, um den Raps mit ausreichend Stickstoff zu versorgen.
 

 

Das Projekt wurde mittlerweile abgeschlossen und festgestellt, dass die Rapspflanzen durch die Art der Düngung tatsächlich deutlich mehr Stickstoff aufnehmen. Zudem heißt es in der Auswertung, dass die Düngung mit Leguminosen-Pellets mindestens vergleichbare Erfolge mit Blick auf die Entwicklung und den Ertrag des Rapses bringt wie eine Düngung mit Gülle. Teilweise lagen zum Beispiel der Ertrag aber sogar deutlich höher. 

Aktuell werden die Forschungsergebnisse nun auf diversen Plattformen in ganz Europa sowie auf Tagungen von Landwirten verbreitet, um mehr Landwirte für den Anbau zu begeistern und den Import von Raps langfristige senken zu können.

Währenddessen stecken wir bereits mitten im nächsten Projekt mit der HTW. Dieses Mal dreht sich alles um die Sonnenblumen und die Frage, ob sich das Unkraut auf dem Feld mit der sogenannten Anhäufelungsmethode regulieren lässt. Die Forschungen sollen Ende 2020 mit der Veröffentlichung eines kleinen Video-Filmes abgeschlossen werden. Die Dreharbeiten dazu fanden im Juli auf dem Sonnenblumenfeld und auch auf unserem Hof in Klappendorf statt.